Dr. Dieter Schrage, Ex-Präsident der ÖKG verstorben
Ein Nachruf der Österreichisch-Kubanischen Gesellschaft (ÖKG):

Mit tiefem Bedauern geben wir bekannt, dass unser frühere Vorsitzende Dieter Schrage am 28. Juni 2011 verstorben ist.
Schrage leitete acht Jahre, von 1981 bis 1989 nach Dr. Günther Nenning und Univ. Prof. Dr. Wilhelm Dantine als dritter Präsident die Österreichisch-Kubanische Gesellschaft.
Es waren international bewegte Jahre: In Lateinamerika herrschten 1981 blutige, vom US-Imperialismus unterstützte Diktaturen, in Chile und Argentinien wüteten rechtsradikale Generäle gegen ihre Völker, das sandinistische Nicaragua blutete unter dem Krieg der Contras und in El Salvador und Guatemala kämpften Guerillas gegen US-hörige Regierungen. Das revolutionäre Kuba war für die lateinamerikanischen Völker ein Leuchtturm der Hoffnung und die ÖKG organisierte eine breite Bewegung der Lateinamerika-Solidarität in Österreich.
Dieter Schrage ist es gelungen, mit viel Verständnis für die spezifischen Anliegen der verschiedenen Lateinamerikagruppen eine starke und geeinte antiimperialistische Solidaritätsbewegung zu schaffen. Im Mai 1983 fanden im Wiener Messepalast die Lateinamerika-Wochen statt, an denen u.a. der Kulturminister Nicaraguas, Ernesto Cardenal, der Nobelpreisträger Eduardo Galeano, FMNL-Kommandant F. Herrera, die ehemalige Arbeitsministerin der Allende-Regierung, Mireya Baltra teilnahmen.
Während der Präsidentschaft Schrages wurde eine enge Kooperation zwischen ÖKG und der Friedensbewegung entwickelt und gemeinsame Aktionen durchgeführt. Dem Kunstexperten Dieter Schrage waren darüber hinaus die kubanische Kultur und Kunst und ihre Bekanntmachung in Österreich sowie der Kulturaustausch zwischen Österreich und Kuba besondere Anliegen. So bemühte er sich 1986 während eines Kuba-Aufenthalts, eine Ausstellung der Werke des österreichischen Bildhauers (und ÖKG-Vorstandmitglieds) Alfred Hrdlicka in Kuba zu organisieren.
Der ÖKG wird Dieter als Beispiel eines Internationalisten und Unterstützers der kubanischen Revolution in ehrender Erinnerung bleiben.