Das kubanische Wahlsystem und der Staatsaufbau entsprechen theoretisch fast dem Idealbild einer Volksdemokratie. Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass die kommunistische Partei
keinerlei Einfluss auf die Wahlen hat. Sie arbeitet in den Bezirken und kümmert sich um die Anliegen von Arbeitern und Bauern, eine Wahlfunktion hat sie allerdings nicht.
Alle Kubaner ab 16 Jahre treten alle fünf Jahre zu Volksversammlungen zusammen und bestimmen hier die Wahlkandidaten. Jeder, der das Wahlrecht hat, kann vorgeschlagen werden, unabhängig davon ob er irgendeiner Partei oder Organisation angehört. Aus diesen Kandidaten werden daraufhin die Vertreter für die Bezirksregierungen gewählt, auch wieder von allen Kubanern ab 16.
Diese Bezirksregierungen, zu vergleichen mit den Kreis- und Landtagen in Deutschland, bestimmen die Kandidaten für die Wahl der Nationalversammlung, welche mit dem Bundestag verglichen werden kann. Sie wird auch direkt vom Volk gewählt und repräsentiert die Legislative, also die gesetzgebende Kraft.
Der Nationalversammlung gegenüber steht das Konzil der Minister und der Staatspräsident. Und hier scheiden sich dann die Geister. Der Staatspräsident wird alle 5 Jahre aus dem Konzil der Minister und dem Kreise der Vizepräsidenten gewählt. Zu einer Wahl im Sinne eines Wahlkampfes kommt es allerdings nur dann, wenn seitens der Nationalversammlung große Unzufriedenheit mit der Politik des amtierenden Präsidenten herrscht. Sollte dies der Fall sein, wird er abgesetzt und eine andere Person, die einem der oben genannten Gremien gewählt bzw. jemand vollkommen anderer, wenn keine dieser Personen von der Versammlung akzeptiert wird.
Die Mitglieder des Konzils der Minister werden aus dem Kreise der Abgeordneten der Nationalversammlung von den Abgeordneten gewählt, sind also auch indirekt gewählt.
Präsident und Nationalversammlung stellen die Exekutive, also die ausführende Gewalt, dar. Sie müssen die Entscheidungen und Gesetze der Nationalversammlung durchführen.
Wie man sieht, herrscht in Kuba Gewaltentrennung.
Wahlsystem und Staatsaufbau müssen unter Berücksichtigung der Blockadepolitik der Vereinigten Staaten und unter den, mittlerweile abnehmenden, wirtschaftlichen Problemen gesehen werden.
Unter dem Druck der Kapitalmacht USA haben auch die europäischen Staaten beschlossen ihre Politik gegenüber Kuba zu verschärfen. Als Rechtfertigung dafür dient die Verhaftung und rechtmäßige Inhaftierung von ca. 50 terroristischen Elementen auf Kuba, welche für Waffen, Funkgeräte, Computer usf. Spionage für die USA betrieben sowie verschiedenen Politikern mit Gewalt gedroht haben. Beispielsweise wurden zahlreiche Daten kubanischer Unternehmen an den CIA weitergeleitet.
Die betroffenen Personen leugneten dies natürlich. Unter der bezeichnung "freiberufliche Journalisten" werden sie von reaktionären Medien auf der ganzen Welt als unschuldige politische Gefangene dargestellt. Der Begriff "freiberuflich" ist nicht einmal unpassend nur 3 der verhafteten "Journalisten" haben Journalismus studiert und bei einer Zeitung gearbeitet.